Lutein und Zeaxanthin - Vorkommen und Anwendung | VITAFAIR
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Lutein und Zeaxanthin – Vorkommen und Anwendung

Lutein und Zeaxanthin – Vorkommen und Anwendung

Begriffsdefinitionen Lutein und Zeaxanthin:
Sowohl Lutein als auch Zeaxanthin sind sogenannte Xantophylle und zählen zu den Carotinoiden. Bei Carotinoiden handelt es sich um natürliche Farbstoffe, die aus Pflanzen gewonnen werden. Die Färbungen, die unter Einwirkung von Carotinoiden zum Vorschein treten können, variieren zwischen Gelb und Rot. In seltenen Fällen können die Xantophylle auch violette oder blaue Farbtöne hervorrufen.

Die Bezeichnung des Luteins geht zurück auf den lateinischen Begriff ‚luteus‘, der ins Deutsche übersetzt etwa soviel bedeutet wie ‚orangegelb‘. Zu folgern ist daraus unter anderem, dass es sich bei Lutein um ein orange-gelbes Xanthophyll handelt. Lutein zählt zu den am weitesten verbreiteten Carotinoiden; so ist es innerhalb der EU beispielsweise als Lebensmittelfarbstoff zugelassen. In Wasser ist der orangegelbe Feststoff Lutein nicht löslich; empfindlich reagieren Lutein-Kristalle unter anderem auf Hitze.
Ebenso wie das Lutein ist auch Zeaxanthin ein orangegelber Feststoff und EU-weit als Lebensmittelfarbstoff zugelassen. Zeaxanthin ist schwer in Wasser, besser aber beispielsweise in Chloroform oder Methanol löslich.

Vorkommen:
Xantophylle wie Lutein und Zeaxanthin kommen nicht etwa lediglich in Pflanzen vor, die gelbe bis rötliche Färbungen aufweisen; auch grünes Gemüse wie Salat, Grünkohl oder Spinat enthält Xantophylle. In der Regel ist bei einem natürlichen Vorkommen von Lutein immer auch Zeaxanthin nachzuweisen.
Zwar können Carotinoide auch in tierischen Zellen nachgewiesen werden; dies ist meist aber nur dann der Fall, wenn die Carotinoide über entsprechende pflanzliche Futterstoffe von den Tieren aufgenommen wurden. Lutein und Zeaxanthin finden sich hier beispielsweise in Eidottern von Geflügel wieder. In ihrem Zusammenspiel übernehmen Lutein und Zeaxanthin beim Menschen vermutlich eine wichtige Funktion für die Fähigkeit des Sehens; in der Macula (dem sogenannten Gelben Fleck) sind Lutein und Zeaxanthin vermutlich die einzig vorkommenden Carotinoide. Expertenaussagen zufolge tragen Lutein und Zeaxanthin hier dazu bei, die Netzhaut des Auges vor einer zu hohen Lichteinstrahlung zu schützen.
Industriell gewonnen wird Lutein aus luteinhaltigen Teilen von Pflanzen; besonders die Blütenblätter der Tagetes (auch als Studentenblume bezeichnet) spielen hierbei eine wichtige Rolle.
Zeaxanthin findet sich als sauerstoffhaltiges Carotinoid in Pflanzen und Tieren und übernimmt hier nach Expertenaussagen Funktionen bei Reaktionen auf Lichteinstrahlung. Mit seinem Vorkommen in Pflanzen hat Zeaxanthin eine wichtige Aufgabe beim Prozess der Umwandlung von Licht in Wärme und schützt die entsprechende Pflanze somit vor einer Schädigung durch zu hohe Sonneneinstrahlung. Sein natürliches Vorkommen zeigt Zeaxanthin, so wie Lutein, in Eigelb und grünem Gemüse, aber auch in Maiskörnern.

Anwendung:
In der Lebensmittelindustrie dienen die natürlichen Farbstoffe Lutein und Zeaxanthin vor allem der Farbintensivierung von Lebensmitteln. So werden die Farbstoffe beispielsweise dem Futter von Geflügel beigemischt, um die gelbe Färbung des Dotters zu fördern. Auch in der Aufzucht von Lachsen finden die Lebensmittelfarbstoffe gelegentlich Anwendung, um die lachstypische Färbung des Fleisches zu erzielen. Aber auch zur direkten Färbung von Lebensmitteln werden Lutein und Zeaxanthin angewendet.
Neben ihrem Einsatz in der Lebensmittelindustrie finden Lutein und Zeaxanthin beispielsweise Verwendung in der Medizin; hier werden die Carotinoide etwa einigen Arzneimitteln beigemischt, die zu einer Therapie der sogenannten Macula-Degeneration (eine Erkrankung des Auges, die die Netzhaut betrifft) beitragen sollen. Medizinischen Studien zufolge ist die Wirkungsweise des beigefügten Luteins auf eine Macula-Degeneration noch nicht geklärt. Geprüft werden soll des Weiteren, ob eine Luteingabe bei Menschen in höherem Alter das Risiko auftretender Macula-Degenerationen positiv beeinflussen kann. Eine US-amerikanische Studie berichtet von einem gesenkten Risiko einer Erkrankung am ‚Grauen Star‘ (ebenfalls eine Erkrankung, die das Auge betrifft) bei Frauen durch kombinierte Gaben von Lutein und Vitamin C.
Auch Zeaxanthin wird für medizinische Zwecke genutzt; zwar kann es hierzu in seiner natürlichen Form verwendet werden, aber auch auf synthetischem Weg wird das Carotinoid hergestellt.

Bezugsmöglichkeiten:
Mit ihrer potenziell förderlichen Wirkung auf die Netzhaut des Auges sind die Carotinoide Lutein und Zeaxanthin beispielsweise in Form von Nahrungsergänzungsmittel im Fachhandel erhältlich. Möglich ist ein Bezug entsprechender Produkte beispielsweise über das Internet oder über Fachmärkte vor Ort.